Kann man einen Ehevertrag auch nach der Hochzeit abschließen?

Kann man einen Ehevertrag auch nach der Hochzeit abschließen?

Ein Ehevertrag ist eine notariell beglaubigte Vereinbarung zwischen den Ehepartnern, die zur Regelung der rechtlichen Beziehungen während der Ehe oder bei einer möglichen Scheidung dient. Viele Paare schließen einen Ehevertrag bereits vor der Hochzeit ab. Doch was ist, wenn man diesen wichtigen Schritt im Vorfeld der Eheschließung vergessen hat, oder die Lebensumstände haben sich im Laufe der Ehe geändert? Kann man einen Ehevertrag auch nach der Hochzeit abschließen?

1. Die Möglichkeit eines nachträglichen Ehevertrags

Die Antwort lautet ja. Paare können auch nach der Hochzeit einen Ehevertrag abschließen. Denn eine Eheschließung bedeutet nicht, dass damit alle rechtlichen Angelegenheiten automatisch geregelt sind. Ein nachträglicher Ehevertrag hat rechtlich die gleiche Bedeutung wie ein Ehevertrag, der schon vor der Hochzeit geschlossen wurde. Allerdings gibt es ein paar Dinge, die bei einem nachträglichen Ehevertrag beachtet werden sollten.

2. Die Voraussetzungen für einen nachträglichen Ehevertrag

Ein Ehevertrag, der nach der Hochzeit geschlossen wird, bedarf der notariellen Beurkundung. Es müssen also beide Ehepartner persönlich beim Notar erscheinen und ihre freiwillige Zustimmung erklären. Zudem sind beide Ehepartner verpflichtet, vollständige und wahrheitsgemäße Angaben bezüglich ihres Vermögens zu machen. Es ist nicht möglich, einen Ehevertrag einseitig zu schließen. Beide Partner müssen sich über die Bedingungen einigen und diese wollen.

3. Inhalte eines nachträglichen Ehevertrags

Die Inhalte eines nachträglichen Ehevertrags können je nach Bedarf der Ehepartner sehr unterschiedlich sein. In der Regel wird der Fokus darauf gelegt, wie Vermögen und Schulden im Falle einer möglichen Scheidung aufgeteilt werden sollen. Aber auch Regelungen in Bezug auf Unterhalt, Gütertrennung oder Zugewinnausgleich können Gegenstand des Vertrags sein. Wichtig ist, dass beide Partner vollständig und wahrheitsgemäß über ihr Vermögen und die finanziellen Verhältnisse Auskunft geben und sich über die Regelungen im Ehevertrag einigen.

FAQs:

1. Muss ein nachträglicher Ehevertrag inhaltlich anders aussehen als ein Ehevertrag vor der Hochzeit?
Nein, es gibt keine inhaltlichen Unterschiede zwischen einem Ehevertrag vor oder nach der Hochzeit. Die Regelungen können individuell den Bedürfnissen und Wünschen der Ehepartner angepasst werden.

2. Was, wenn sich die Umstände während der Ehe ändern?
Ein Ehevertrag kann jederzeit geändert werden, wenn beide Partner damit einverstanden sind. Es empfiehlt sich, regelmäßig über eventuelle Änderungen nachzudenken und gegebenenfalls einen Notar aufzusuchen.

3. Kann ein nachträglicher Ehevertrag rückwirkend gelten?
Nein, ein Ehevertrag kann nicht rückwirkend in Kraft treten. Er gilt erst ab dem Zeitpunkt der Beurkundung beim Notar.

4. Braucht man einen Anwalt für einen nachträglichen Ehevertrag?
Es ist nicht zwingend erforderlich, einen Anwalt zu engagieren. Es ist jedoch sinnvoll, sich von einem Fachmann beraten zu lassen, um rechtliche Konsequenzen und Auswirkungen des Vertrags zu verstehen.

5. Kann ein Ehevertrag im Nachhinein angefochten werden?
Ein Ehevertrag kann im Nachhinein angefochten werden, wenn der Vertrag z.B. unter falschen Angaben oder unter Zwang abgeschlossen wurde. Ein Ehevertrag, der aus freien Stücken vor dem Notar geschlossen wurde, ist jedoch rechtlich bindend und kann in der Regel nicht angefochten werden.

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